Dringend Ausbildungsplätze gesucht - Flüchtlingshilfe hilft bei Bewerbung und Behörden
von Christoph Meer
Viele Geflüchtete sind auf der Suche nach Ausbildungsplätzen. Die Flüchtlingshilfe Sprockhövel
bittet deshalb die regionalen Unternehmen um Unterstützung. Zugleich hilft sie Geflüchteten bei
der Bewerbung und bietet Betreuung beim Umgang mit den Behörden an.
Bei einem professionellen Fotoshooting für Bewerbungsfotos kamen jetzt 30 Interessierte. „Das zeigt, wie
groß das Interesse bei den Geflüchteten ist“, sagt Flüchtlingshilfe-Koordinatorin Miriam Venn, während
Fotograf und Dokumentarfilmer Markus Matzel im Haßlinghauser Flüchtlingshilfe-Treffpunkt MachMit
eifrig bei der Arbeit ist. Er dreht zurzeit eine Dokumentation über Geflüchtete und hat sich und seine
Ausrüstung für die Foto-Aktion kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Fotos sind für Bewerbungsunterlagen
gedacht, dazu kommen Lebensläufe, die ebenfalls mit Unterstützung der Flüchtlingshilfe erstellt werden.
Zugleich werden die Geflüchteten bei der Arbeitsagentur registriert.
„Wir haben viele, besonders handwerklich begabte Interessierte“, erklärt Miriam Venn, „sie suchen nicht
nur kurzfristige Jobs und schnelles Geld, sondern Ausbildungsplätze. Denn sie wollen eine langfristige
Integration. Zusätzlich verbessert ein Ausbildungsplatz ihre Bleibeperspektive.“ Der 20jährige Amidu aus
Ghana ist ein Beispiel: Obwohl er in Ghana von kriminellen Banden und korrupter Polizei verfolgt und in
Libyen ein Jahr lang eingesperrt und gefoltert wurde, ist sein Asylantrag abgelehnt worden. Er klagt gegen
diese Entscheidung und sucht eine Ausbildung im Baugewerbe oder Garten- und Landschaftsbau, weil er
dort schon Erfahrungen gesammelt hat. Er würde aber auch eine andere handwerkliche Ausbildung
machen, weil sie ihm den Aufenthalt in Deutschland zumindest für dreieinhalb Jahre sichern würde.
Alle Arbeitssuchenden nehmen an Deutschkursen teil. Entweder durchlaufen sie staatliche
Integrationskurse oder lernen bei einem der 29 Kurse der Flüchtlingshilfe. Deren ehrenamtliches
Kursangebot hat der AWO-Ortsverein Hiddinghausen gerade mit einer Spende von 300 Euro unterstützt.
„Uns kommt es vor allem auf schnelles Handeln an“, betont Miriam Venn, „denn wir wollen für die
Geflüchteten Sicherheit schaffen. Jedes Angebot für eine Ausbildung oder ein Praktikum hilft. Deshalb
beraten wir auch ausbildungswillige Unternehmen beim Umgang mit den Behörden.“ Sie erwartet, dass
die Nachfrage noch steigen wird, wenn im Sommer zusätzliche Interessierte nach Abschluss ihrer
Integrationskurse auf den Arbeitsmarkt drängen.
Wer Ausbildungsplätze anbieten möchte oder weitere Informationen wünscht, melde sich gerne über da Kontaktformular.