Schon lange nicht mehr fremd - 17. Plakat "Behind the Picture"

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„Ich bin 1998 nach Deutschland gekommen, weil ich in einem Land leben wollte, in dem man die Menschenwürde respektiert und um mir dort eine Zukunft aufzubauen,“ sagt Guillaume Mgassana. Mit strahlendem Lächeln blickt der 47jährige vom 17. Plakat des Flüchtlingshilfe-Integrationsprojektes „Behind the Picture - Gesichter mit Geschichten“, das seit heute hängt.
Aus Burundi kam Guillaume Mgassana nach einer langen Odyssee durch verschiedene Städte und Lager und einem schier endlosen Kampf mit der Bürokratie nach Sprockhövel. Hier arbeitete er zunächst gemeinnützig auf Minijob-Basis, lernte Deutsch, gründete eine Selbsthilfegruppe für Menschen, die unter Schlafapnoe leiden und bekam dadurch Kontakt zur FAN (Freiwillige Alten- und Nachbarschaftshilfe). Nachdem er seinen Realschulabschluss geschafft hatte, absolvierte er eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpflegehelfer und zusätzlich zur Betreuungskraft in Pflegeheimen. Er schloss noch eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger an. In diesem Beruf geht er auf, heute arbeitet er im Mathias-Claudius-Haus. „Ich fühle mich geborgen hier in Sprockhövel, besonders in Haßlinghausen,“ sagt Guillaume Mgassana, „ich fühle mich schon lange nicht mehr fremd hier in Deutschland. Ich denke, dass es an der Sprache liegt, die ich gelernt habe und gerne spreche, sowie an der Kultur, die ich mit Hilfe meiner deutschen Freunde kennengelernt habe.“

Mit den Plakaten an der Hauptstraße 31 in Niedersprockhövel und an der Mittelstraße 43 in Haßlinghausen will die Flüchtlingshilfe dazu anregen, sich im Internet unter www.behind-the-picture.de weiter zu informieren. Dort gibt es nun auch die Geschichte von Guillaume Mgassana sowie ein Video-Interview mit ihm. Das Projekt soll Vorurteile abbauen und zugleich einen Beitrag zum 50-jährigen Stadtjubiläum Sprockhövels leisten.

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