Tolles Theater beeindruckt - Geflüchtete besuchen Ruhrfestspiele
von Christoph Meer
Schwer beeindruckt war eine Gruppe Geflüchteter aus Sprockhövel von der Theateraufführung „Akim rennt“ bei den Ruhrfestspiele in Recklinghausen. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Deutschkursen der Flüchtlingshilfe Sprockhövel und einige ihrer Lehrerinnen und Lehrer waren auf Einladung der IG Bergbau, Energie, Chemie (IG BCE) in die Festspielstadt am Nordrand des Ruhrgebiets gefahren.
„Akim rennt“ beschreibt in eindrucksvollen Bildern das Schicksal eines kleinen Jungen, dessen Dorf durch Bombenangriffe und Terror zerstört wird. Von seiner Familie getrennt muss er über das Meer fliehen und findet am Ende in einem Flüchtlingslager seine Mutter wieder. Die vier jungen Akteure der „Compagnie toit végétal“ schildern diese ergreifende Geschichte nur mit Zeichnungen aus dem gleichnamigen Bilderbuch von Claude K. Dubois, begleitet von Lichteffekten, Geräuschen und Musik. Worte werden so überflüssig. Die Geflüchteten verfolgten gebannt das Geschehen, einige berichteten nach der Aufführung, sie hätten zeitweise Tränen in den Augen gehabt. Sie nutzten eifrig die Gelegenheit, nach dem Theaterstück mit der Theatertruppe zu diskutieren. Schon in den Deutschkursen vor dem Theaterbesuch hatten sie sich mit der Geschichte der Ruhrfestspiele befasst. Die IG BCE hatte die Sprockhöveler Flüchtlingsinitiative zu der Aufführung in ihrem Recklinghäuser Gewerkschaftshaus eingeladen und einen Bus für die Anreise zur Verfügung gestellt. Nach der Theateraufführung lud IG-BCE-Bezirksleiter Karlheinz Auerhahn zum orientalischen Buffet ein. Weil die muslimischen Gäste wegen des Fastenmonats Ramadan erst nach Sonnenuntergang essen durften, wurden die leckeren Speisen einfach in Container verpackt, um sie am Abend zu Hause zu genießen.